Braunkohlekraftwerk Weisweiler

Der Kraftwerksstandort Weisweiler, im rheinischen Braunkohlenrevier nahe der Stadt Eschweiler gelegen, blickt auf eine lange Tradition zurück: Sie beginnt mit den Anfängen des Braunkohlentagebaus im Jahre 1909.

1913 wurde erstmals der Bau eines Braunkohlenkraftwerkes am Standort Weisweiler beschlossen. Von 1914 bis zur Stillegung im Jahr 1975 wurde hier Strom erzeugt.

Erste Stromerzeugung im Jahr 1955

Die erste Stromerzeugung des heutigen Kraftwerkes Weisweiler erfolgte 1955. Bis 1975 wurden acht Blockanlagen in Betrieb genommen. Ab Mitte der 80er Jahre wurden alle Blöcke mit Rauchgasentschwefelungsanlagen ausgestattet und ihre Kessel mit dem Ziel der NOx-Minderung (Entstickung) umgebaut. Die Arbeiten wurden 1989 abgeschlossen.

Gasturbinen in Betrieb gestellt

Seit dem stand eine Reihe weiterer Projekte auf dem Arbeitsprogramm: Ertüchtigungsmaßnahmen an den Turbinen (Retrofit), Auskopplung von Fernwärme sowie die Anbindung der nahegelegenen Müllverbrennungsanlage (MVA), Verbesserung des REA-Gipses zur weiteren Nutzung durch die Bauindustrie (Feinteilausschleusung) und Klärschlamm-Mitverbrennung (seit 2000).

2006/2007 hat die RWE Power AG zwei Vorschaltgasturbinen an den 600 Megawatt (MW)-Blöcken G und H im Kraftwerk Weisweiler in den kommerziellen Betrieb gestellt. Sie verfügen über eine Nettoleistung von 190 Megawatt und sind den Braunkohlenblöcken vorgeschaltet.

Kohle wird durch Gas ergänzt

Die Vorschaltgasturbinen stellen eine energieeffiziente Ergänzung der Braunkohlenstromerzeugung am bestehenden Kraftwerksstandort dar: Sie werden im Verbund mit den vorhandenen Anlagen betrieben und ermöglichen dadurch den Einsatz eines Grundlastkraftwerks in der Mittel- und Spitzenlast. Dabei verdrängt das Gas nicht die Kohle, sondern ergänzt diese. Die Braunkohlenblöcke werden weiter wie bisher durchgängig zur Grundlaststromerzeugung genutzt.

Entnommener Dampf für Stromerzeugung

Durch die Nutzung der Abwärme der beiden Gasturbinen in den Braunkohlenblöcken G und H kann die elektrische Leistung zusätzlich um je 80 Megawatt gesteigert werden. Der bisher für die Speisewasservorwärmung aus den Turbinen der Braunkohlenblöcke entnommene Dampf steht zusätzlich für die Stromerzeugung zur Verfügung. Das Investitionsvolumen für die zwei Vorschaltgasturbinen beträgt insgesamt 150 Millionen Euro.

Daten, Zahlen, Fakten - Kraftwerk Weisweiler. (* ohne VGT)
Kraftwerkstyp Braunkohlengroßkraftwerk mit sechs Blöcken und zwei Vorschaltgasturbinenanlagen (VGT)
Einsatzbereich Grundlast (Braunkohlenblöcke), sowie Mittel- und Spitzenlast (VGT)
Inbetriebnahmen 1955-1975 (Braunkohlenblöcke),
2006-2007 (VGT)
Leistung (brutto)* 2293 MW
Leistung (netto)* 2097 MW
Gemittelter Braunkohleneinsatz 2004 - 2006 21,75 Mio. t/a
Anzahl der Blöcke 150 MW (2 Blöcke)
300 MW (2 Blöcke)
600 MW (2 Blöcke)
270 MW (2 VGT)
Gemittelte Bruttostromerzeugung 2004 - 2006 17,52 TWh

Quelle: RWE Power AG

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