Energiespiegel: Stromnetz: Antragsflut bei Bundesnetzagentur zu Kraftwerksstillegungen

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sieht die Abschaltpläne deutscher Kraftwerksbetreiber für einzelne Anlagen gelassen. „Bundesweit betrachtet, haben wir in der Stromerzeugung immer noch Überkapazitäten“, sagte er. Die entscheidende Frage sei, ob eine Anlage regional benötigt werde, um dort die Netzstabilität zu sichern. Dies treffe vor allem Süddeutschland, weil immer noch die Leitungen fehlten, um Windstrom aus dem Norden heranzuführen.

Um Überraschungen zu vermeiden, dürften Kraftwerke frühestens ein Jahr nach der Stilllegungsanzeige abgeschaltet werden. Die Bundesnetzagentur kann anordnen, dass ein Kraftwerk, obwohl es nicht rentabel arbeitet, noch 2 zwei Jahre in Betriebsbereitschaft bleiben muss. Laut Homann hat die Bonner Behörde sieben Blöcke mit einer Leistung von 1 440 MW als systemrelevant eingestuft. Fünf davon gehören EnBW, zwei E.on. Insgesamt seien der Energieaufsicht 47 Kraftwerksblöcke zur Stilllegung angemeldet worden. Neunzehn davon wollen die Betreiber nur vorübergehend einmotten.